Was sind die Fashion Trends der 70er?

Was sind die Fashion Trends der 70er?

Was sind die Fashion Trends der 70er?

70s Fashion Trends

Die 70er Ästhetik feiert ein riesiges Comeback!
Knallige und bunte Farben, eine Menge Muster – das beschreibt die 70er am besten und schrill und schräg war die Devise, nach der man lebte. Bekannt sind die 70er schließlich als das Zeitalter der Hippies.
Zwar sind einige Kleidungsstücke aus den 70ern tatsächlich wieder modern, trotzdem muss man gestehen, dass es für einige der It-Pieces aus dieser Zeit eine große Portion Mut zum Tragen braucht.


IG: @quirinebrouwer

Wie entstand die Mode der 70er?

Preiswerte typische 70er-Jahre-Mode wurde einem breiterem Publikum in dieser Zeit vor allem durch Boutiquen und sogenannte Diffusionslinien – also (Designer)-Kleidung von der Stange – zugänglich. Besonders, dass synthetische Stoffe zum Einsatz kamen, half der Masse die Möglichkeit zu geben, relativ günstig coole und trendige Outfits zu kaufen. Daher kommt auch das Synonym „Polyester-Jahrzehnt“.
Eine große Rolle spielten die sogenannten Prairiekleider und die schrillen Partykleider für die Nacht in der Diskothek. Schon die 60er waren die Zeit der Hippies. Vor allem wollte man in diesem Jahrzehnt seine Abneigung gegenüber dem Mainstream-Style mit handgefertigten Kleidungsstücken im Patchwork-style, durch Gehäkeltes und Gestricktes zeigen. Das resultierte in den 70ern jedoch darin, dass Designer diesen „Self-made-Style“ übernahmen und den trendigen Hippie-Style der 70er kreierten.

Wie bereits erwähnt, hatte das Prairiekleid in den 70ern einen hohen Stellenwert. Es war bekannt für seine Midilänge, die Volants und gedruckte Blumenmuster. Ganz besonders Designer wie Bill Gibb machten dieses Kleid beliebt und gefragt.

Anfang bis Mitte der 70er feierte die Mode der 30er und 40er Jahre ihre Rückkehr. Ein Beispiel dafür ist die 1971 erschienene Kollektion „Liberation“ von Yves Saint Laurent.

Die Kleidungstrends, die zum einen die Nacht bestimmten, waren fast ausschließlich aus Samt, Pailletten, Satin und Polyester hergestellt, waren farbenfroh und fielen auf der Tanzfläche optimal auf. Ebenfalls wurden aber auch Hotpants und Minikleider für die Party in der Disco getragen. Im Endeffekt bezeichnete die Autorin Kathryn Hennessy in ihrem Buch „The Ultimate Book of Fashion and Style“ diese zwei unterschiedlichen Stile als Kampf um die Hauptrolle.
Beide haben jedoch den Glamour gemeinsam.
Im Verlauf der 70er mussten die knappen Kleider aber längeren Röcken und Kleidern, dem Wickelkleid, aber ebenso Sportkleidung weichen.


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photographer: https://www.nikkibakerphotographyy.com/

 
Was sind die Damen-Fashion-Trends der 70er?

Einige der Trends in der Damenmode haben wir bereits erwähnt.
Die 70er bieten aber noch viel mehr guten Stoff. Schlaghosen, Neckholder-Tops, Jumpsuits, Hüfthosen, Wickelkleider und mehr waren die Kleidungsstücke, die in den 70er als top-modern galten. Ganz bestimmt kommt dem ein oder anderen das bekannt vor – immerhin sieht man diesen Style wieder vermehrt auf den Straßen.

In den 70ern begannen Frauen auch vermehrt Männer-inspirierte-Mode zu tragen. Ein Beispiel dafür ist die Ikone der 70er – Bianca Jagger – die 1974 einen weißen Smoking trug. Ein Look musste nicht zwingend feminin wirken, Anzughosen kamen in der Frauenmode in den Trend, die mit Animal-Print oder Pelzmänteln kombiniert wurden, um dem Ganzen einen noch luxuriöseren Touch zu verleihen.


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Mode musste auch praktisch sein. Diane Von Fürstenberg ist bis heute für ihr 1974 veröffentlichtes Wickelkleid bekannt, von dem sie in wenigen Jahren Millionen verkaufte. Im Vordergrund stand ein Kleid, dass bequem und funktionell ist sowie leicht an- und auszuziehen ist. Es stellte Von Fürstenberg zufolge einen idealen Übergang von Tag zu Nacht dar, wirkte seriös und konnte in der Freizeit wie auch auf der Arbeit getragen werden.

Männermode in den 70ern

Nicht nur die Damenmode wurde in den 70ern immer bunter und wilder. Auch in der Welt der Männerbekleidung tat sich einiges. Bis zu den 50ern war es für Männer inakzeptabel, helle Farben und bedruckte Kleidung zu tragen. Genannt wurde diese Veränderung, die ihren Höhepunkt in den 70ern hatte, Peacock Revolution. Ein weiterer Aspekt dieser Revolution war das Tragen langer Haare.

Ein Anzug war schon immer ein wichtiges Kleidungsstück im Schrank eines Mannes, in den 70ern wurden diese Anzüge aber erstmals gewagter und Designer versuchten, mit Rollkragenpullovern, anliegenden Schlaghosen, engen Hemden und breiten Gürteln, eine schlanke Silhouette zu kreieren.  Durch diese breiten Gürtel war das Augenmerk auf die Mitte des Körpers fokussiert und schaffte die Illusion einer schlankeren Figur.


IG: okto.takumi

Bis zu den 70ern war es unüblich, Männerkleidung sehr eng zu schneiden, da das den Anschein einer feminineren beziehungsweise nicht stark maskulinen Figur weckte. Deshalb kann man die Männermode in den 70ern als zunehmend geschlechterneutral bezeichnen. So waren, wie bereits erwähnt, kastenförmige Anzüge bei Frauen beliebt und enganliegende Hemden und Hosen bei Männern populär.

Immer beliebter wurde in dem Jahrzehnt auch das generelle Tragen von informeller Kleidung. Zwar gab es durchaus Anlässe, zu denen der legere Kleidungsstil unerwünscht war, als Alternative wurden jedoch Anzüge und Smokings nicht mehr nur noch in dunklen Tönen hergestellt, sondern auch in Samtstoffen mit Mustern oder Jeans-Stoffen designt.

Erst zum Ende der 70er wurden die Schultern wieder betont und Zweireiher mit breiten Schultern kamen in Mode. Genau wie auch bei den Damen am Anfang der 80er, als sich auch dort breite Schultern als Trend durchsetzten.

Männer, die nichts mit dem Silhouetten-betonten Stil der 70er anfangen konnten, hatten, um im Trend zu bleiben, immer noch die Möglichkeit, auf die trendigen Trainingsanzüge und Sportschuhe zurückzugreifen, die zunehmend beliebter wurden und auch in den 80ern nicht wegzudenken waren.

 

Wer inspirierte die 70er?

Als DIE Modeikone der 70er schlechthin muss man Bianca Jagger nennen, die für einige Outfits bekannt ist.

Bekannt wurde sie als die Frau an der Seite von Rocklegende Mick Jagger. Jeder, der sich mit Fashion beschäftigt, kennt vermutlich das Hochzeitsoutfit der beiden:

Bianca in einem Anzug von Yves Saint Laurent und einem verschleierten Hut, Mick in einem dreiteiligen Anzug. Das Ehepaar galt als das Statussymbol für Glamour und Rock, auch durch Micks langen Haaren, die wie erwähnt erst in den 70ern akzeptabel waren.

 

 Die 70er waren ein Jahrzehnt der Veränderungen und auch wenn in den 80ern sich einiges schon wieder veränderte, ist es unbestritten, dass heute noch vieles an diese Zeit zurückerinnert. Ganz gleich, ob es Schlaghosen oder Neckhalter-tops sind. Wie in allen Bereichen kommen auch in der Mode alte, manchmal ganz vergessene, Trend wieder auf und man stellt sich die Frage, wie solche Trends jemals aussterben konnten. 

 

Anabel Seidel

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